Für viele Sammler und Investoren sind Pokémon-Karten heutzutage eine ernstzunehmende Investition. Ein wichtiger Bestandteil dessen ist das Graden (Bewerten) von Pokémon-Karten. Aber was genau bedeutet Pokémon-Grading? Welche Unternehmen führen dies durch? Und was ist der einfachste Weg, um anzufangen? In diesem Blog erklären wir alles dazu.
Was bedeutet das Graden von Pokémon-Karten?
Das Graden von Pokémon-Karten bedeutet, dass deine Karte professionell auf ihre Qualität geprüft wird. Denke dabei an:
- Zentrierung
- Ecken
- Kanten
- Oberfläche
Nach der Bewertung erhält die Karte eine Note, meist von 1 bis 10. Anschließend wird die Karte in einer schützenden Kunststoffhülle (Slab) mit einem Etikett versiegelt, auf dem die Bewertung vermerkt ist. Eine gegradete Pokémon-Karte ist besser geschützt, beim Verkauf vertrauenswürdiger und oft deutlich wertvoller.
Warum sollte man Pokémon-Karten graden lassen?
Es gibt mehrere Gründe, warum sich Sammler für das Grading entscheiden:
- Schutz: Deine Karte ist vor Schäden sicher
- Wertsteigerung: Höhere Noten = höherer Marktwert
- Authentizität: Käufer wissen, dass die Karte echt ist
- Sammlerwert: Ideal für ernsthafte Sammler
Vor allem seltene, Vintage- oder perfekt zentrierte Pokémon-Karten eignen sich hervorragend zum Graden.
Was sind die größten Pokémon-Grading-Unternehmen?
Weltweit sind mehrere Grading-Unternehmen aktiv, aber einige stechen deutlich hervor.
PSA (Professional Sports Authenticator): PSA ist mit Abstand das bekannteste und beliebteste Grading-Unternehmen der Welt.
Vorteile:
- Höchster Marktwert beim Wiederverkauf
- Weltweit anerkannt
Nachteile:
- Lange Wartezeiten
- Höhere Kosten
- Versand in die USA (und damit verbundene Zusatzkosten)
PSA ist vor allem für wertvolle Pokémon-Karten oder dann interessant, wenn du den maximalen Ertrag erzielen möchtest.
Beckett Grading Services (BGS): Beckett ist für seine strenge Bewertung und die Unterkategorien (Subgrades) bekannt.
Vorteile:
- Sehr detailliertes Grading
- Ikonisches „Black Label“ (perfekte Karten)
- Hoher Status unter Sammlern
- Seit 2025 auch mit einem Standort in Deutschland (Beckett Europe in Lage)
Nachteile:
- Schwieriger, eine hohe Note zu erreichen
- Für Pokémon weniger populär als PSA
CGC (Certified Guaranty Company): CGC ist in den letzten Jahren innerhalb der Pokémon-Community enorm gewachsen.
Vorteile:
- Schnellere Bearbeitung
- Geringere Kosten als bei PSA
- Strenge, aber faire Bewertung
Nachteile:
- Etwas niedrigerer Wiederverkaufswert als bei PSA
- Weniger bekannt bei beginnenden Sammlern
- CGC ist eine exzellente Wahl für diejenigen, die Qualität zu einem erschwinglichen Preis suchen.
Anfang 2025 geriet CGC in einen großen Skandal, nachdem bekannt wurde, dass mit alten Pokémon-Prototyp-Karten in Millionenhöhe betrogen worden war.
Seitdem wird CGC besonders kritisch betrachtet.

Welche europäischen Grading-Unternehmen gibt es?
Für diejenigen, die lieber innerhalb Europas bleiben, gibt es Optionen wie:
- ACE Grading (UK): Im Gegensatz zu anderen Unternehmen nutzt ACE computergestützte Bewertungen, was für eine höhere Genauigkeit sorgt.
- PCA Grading (FR)
In den Niederlanden sind zudem weitere Grading-Unternehmen aktiv, wie etwa Global Grading. Diese Unternehmen haben kürzere Wartezeiten und geringere Versandkosten, aber der internationale Marktwert liegt meist unter dem von PSA, Beckett oder CGC.
Beckett hat mittlerweile ebenfalls Fuß in Deutschland gefasst. Auch PSA hat angekündigt, diesen Sommer nach Frankfurt am Main zu kommen.
Was ist der einfachste Weg, Pokémon-Karten graden zu lassen?
Für Anfänger kann Grading ziemlich aufregend sein, besonders in dem Moment, in dem die Karten zur Post gehen. Glücklicherweise gibt es einige Möglichkeiten, den Prozess einfach zu halten.
1. Grading über einen Zwischenhändler
Dies ist oft die einfachste Option. Du sendest deine Pokémon-Karten an einen vertrauenswürdigen Webshop oder Service, und diese regeln:
- Vorbereitung
- Versandunterlagen
- Kommunikation mit dem Grading-Unternehmen
- Rückversand
Perfekt, wenn du keinen Ärger mit internationalem Versand haben möchtest. Oft lässt sich das auch auf Messen erledigen, sodass kein Postversand nötig ist. Bei der Collectors Garden bieten mehrere Standbetreiber diesen Service an.
2. Selbsteinreichung (für Fortgeschrittene)
Wenn du Erfahrung hast, kannst du deine Karten direkt an PSA, BGS oder CGC senden. Dies erfordert jedoch Kenntnisse über Formulare, Versicherungen und Zoll.
Es ist am sinnvollsten, mit Unternehmen zu beginnen, die innerhalb der Europäischen Union aktiv sind, damit du dir keine Sorgen um den Zoll oder mögliche Einfuhrzölle machen musst.
Welche Pokémon-Karten eignen sich zum Graden?
Nicht jede Karte ist das Graden wert. Achte vor allem auf:
- Seltene Karten (Charizard, Pikachu, Alt Arts)
- Vintage-Sets (Base Set, Jungle, Fossil, E-Series, Neo-Serie etc.)
- Perfekter Zustand (gute Zentrierung, keine Ausbleichungen an den Rändern oder Kratzer)
Bist du dir unsicher? Dann kannst du immer zuerst einen „Pre-Grading“-Check auf einer Messe wie der Collectors Garden durchführen lassen.
Fazit
Das Graden von Pokémon-Karten ist aus der Sammlerwelt nicht mehr wegzudenken. Egal, ob du dich für PSA, CGC oder ein europäisches Grading-Unternehmen entscheidest: Das Graden deiner Pokémon-Karten sorgt für Schutz, Sicherheit und oft einen höheren Wert.
Möchtest du mit dem Pokémon-Grading beginnen? Fange einfach an, wähle einen vertrauenswürdigen Partner und lass dich gut beraten.
Das Wichtigste ist, dass du mit den Karten zufrieden bist, die du graden lässt. Schließlich dreht sich alles um deine eigene Sammlung und den Spaß, den du daran hast!